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Literarisches Museum e.V.

(Träger des Reclam-Museums in Leipzig)

Carl Heinrich (Charles Henri) Reclam sen.

(1776-1844)

 

Der Vater des Verlagsgründers, Charles Henri Reclam, wurde 1776 als jüngster Sohn des Hofjuweliers Friedrichs des Großen, Jean Francois Reclam (ursprünglich: Reclan; 1732-1817), und dessen Ehefrau Elisabeth Marguerite, geb. Reclam (Tochter seines Onkels; 1737- nach 1776), in Berlin geboren. In der Schulbuchhandlung Vieweg & Sohn in Braunschweig erlernte er den Beruf des Buchhändlers und setzte diese Ausbildung in Paris fort. Dort geriet er in die Wirren der Französischen Revolution. In seinem Testament vermachte er jenes Schwert, das er bei der Hinrichtung Robespierres am 28. Juli 1794 in den Reihen der Jakobiner getragen hatte, als eine von ihm hochgeachtete Reliquie seinem jüngsten Sohn Carl Heinrich Reclam jun. (Quelle: Carl von Reclam: Geschichte der Familie Reclam, Leipzig: Philipp Reclam jun., 1895, S. 64)  

Am 28. Oktober 1802 wurde Reclam die Genehmigung erteilt, in Leipzig eine Buchhandlung zu eröffnen. Sie befand sich zunächst am Neuen Neumarkt 642, von 1814 bis zu Reclams Tod in der Grimmaischen Gasse 683 an der Ecke zur Ritterstraße (vom Markt aus gesehen, auf der linken Seite; heute: Ritterstraße 2).

Fotografie: Hans-Jochen Marquardt (2017)

Jüngster Nachfolgebau des Gebäudes (Ritterstraße 2, Ecke Grimmaische Straße), in dem sich der Verlag von Carl Heinrich Reclam sen. befand

Carl Heinrich Reclam sen. spezialisierte sich auf französische und englische Literatur und unterhielt außerdem ein "Magazin geschmackvoller Papparbeiten". Später trat er den Verlag an seinen Schwiegersohn, den Stralsunder Buchhändler Julius Friedrich Altendorff (1811-1872), ab. Bedingung war, dass dieser Reclams andere Kinder auszahlte. Nach Übergabe der Verlags-Buchhandlung, die weiterhin unter dem Namen C. H. Reclam sen. firmierte, lebte Reclam bis zu seinem Tod bei seiner Tochter im Hause Altendorff. Nach dessen Tod erwarb Anton Philipp Reclam das Unternehmen von Altendorffs Erben; es ging 1877 im Verlag Philipp Reclam jun. auf.

 

 

1803 hatte sich Reclam mit Wilhelmine Campe (geb. 1783 in Braunschweig, gest. vor 1844 ebd.) vermählt.

In Leipzig germanisierte Reclam seine Vornamen, während seine acht Kinder zum Teil noch auf französische Vornamen getauft wurden, darunter auch Anton Philipp Reclam:

Jean Théodore

geb. 1804 in Leipzig, gest. bald danach ebd.

  

Charlotte Sophie Mathilde

  

geb. 1805 in Leipzig, gest. 1832 ebd. 

  

Antoine Philippe

  

geb. 1807 in Leipzig, gest. 1896 ebd.

  

Elisabeth Frédérique

  

geb. 1810 in Leipzig, gest. 1861 in Hamburg

  

Wilhelmine Caecilie, 1839 verehel. Altendorff

  

geb. 1811 in Leipzig, gest. 1889 ebd.

  

Jean Frédéric Alexandre

  

geb. 1813 in Leipzig, gest. 1879 ebd.

  

Guillaume Auguste

  

geb. 1815 in Leipzig, gest. 1815 ebd.

  

Charles Henri Guillaume

  

  

geb. 1821 in Leipzig, gest. 1887 ebd.

Quelle: Carl von Reclam: Geschichte der Familie Reclam, Leipzig: Philipp Reclam jun., 1895, S. 65-71. Anton Philipp Reclam starb im Folgejahr nach dieser Veröffentlichung, an der er korrigierend und ergänzend noch hatte mitwirken können.

 

Diese Publikation von Reclams Verlag beeinflusste, wie auch andere Werke Gotthilf Heinrich Schuberts (1780-1860), vor allem die deutsche Romantik:

Fotografie: Hans-Jochen Marquardt (2017)

 

Eine der letzten Veröffentlichungen des Verlags Carl Heinrich Reclam sen. ist diese Broschüre (48 S.), die um 1873 erschienen ist:

Fotografie: Hans-Jochen Marquardt (2017)

 

Zur leider nicht erhaltenen Grabstätte von Carl Heinrich Reclam sen. und dessen Familie finden Sie hier nähere Informationen. 

 

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